Geschichte des Kachelofens
Kachelöfen: eine lange Tradition
Von den offenen Feuerstellen
der Urzeit abgesehen, dürfte der Kachelofen das älteste Heizgerät der Geschichte sein. Der Wärmespender mit der längsten Tradition ist er ganz sicherlich. Doch schon allein diese Wertbeständigkeit spricht für sich.
Als Vorläufer des heutigen Kachelofens kann man den Pfahlbauofen aus der Bronzezeit um 2500 v. Chr. ansehen. Bei dieser im Alpengebiet und im süddeutschen Alpenvorland entstandenen Urform des Kachelofens handelte es sich um Feuerstätten, die aus Steinen und Lehm errichtet wurden . Bereits damals hatte man die hervorragende Eigenschaft von Steinen, Wärme zu speichern, entdeckt.
Kunsthistoriker sind dabei der Ansicht, dass auch die alten Römer an der Entwicklung des Kachelofens mitgewirkt haben. Das lateinische Wort "caccabus" weist darauf hin. Ein „caccabus“ war ein einseitig offener Hohlzylinder. Diese reihte man aneinander und erstellte so ein Gewölbe für Brenn- und sonstige Öfen. Aus "caccabus" schließlich entstand wahrscheinlich unser deutsches Wort "Kachel".
Die weitere Entwicklung des Kachelofens erfolgte ebenfalls im Alpenraum. In den weichen Lehm des Ofenmaterials wurden, als Verbesserung, aus Ton gefertigte Töpfe eingedrückt, um damit die Wärme abstrahlende Oberfläche zu vergrößern.
Der eigentliche Kachelofen, dessen Ummantelung ausschließlich aus Kacheln besteht, wurde erst möglich, als es den Töpfern gelang, aus den runden keramischen Schüsseln quadratische Kacheln mit angeformten Rändern (Rümpfen) zu fertigen. Diese Entwicklung geht auf das 14. Jahrhundert zurück. Der Kachelofen machte in der Folgezeit, unvergänglich und immer anpassungsfähig, alle nur möglichen Baustile mit: von der Gotik, Renaissance, Barock über die Gründerzeit bis in unsere Tage ist und bleibt er ein Klassiker, der durch nichts zu ersetzen ist. In logischer Konsequenz führte der Weg dabei von den einzeln eingedrückten Kacheln zum Kachelmantel. Dabei erkannten bereits unsere Vorfahren recht schnell, dass diese vom Hafner gefertigten Kacheln hervorragende Möglichkeiten zur künstlerischen Gestaltung boten. Nicht nur Fürsten, auch einfache Bauern ließen sich ihren Kachelofen "maß schneidern". Neben der Anpassung der äußeren Gestaltung hat man es dabei ebenfalls verstanden, den Kachelofen auch technisch weiterzuentwickeln und zu optimieren.
Eine besondere Blütezeit erlebte die Kunst des Kachelofenbauens schließlich im 16. und 17. Jahrhundert.
Die antiken Kachelöfen sind heute dabei auch als historische Quelle interessant, da sich ganze Stilepochen der vergangenen Jahrhunderte an den vielen noch erhaltenen Stücken nachweisen lassen.
Der wahrscheinlich älteste Kachelofen ist vermutlich in der Landesfürstlichen Residenz in Meran zu finden. Er stammt aus dem 15. Jahrhundert. Übrigens ist er in einer Bauart konzipiert, die auch heute noch üblich ist: ein weiterer Beleg für die Qualität dieses Wärmespenders, der alle Zeiten überdauert hat.
Es gibt somit viele, historisch begründete Argumente, die für den „Klassiker“ Kachelofen sprechen:
Eine Jahrhunderte währende Tradition, da im Wesentlichen auch heute noch nach alten, bewährten Regeln gebaut wird. Gleichzeitig ist der Kachelofen topaktuell: Praktisch alle bekannten Energiearten und eine Vielzahl von Heiztechniken können genutzt werden.
Unglaublich viele Varianten stehen Ihnen dabei zur Wahl: Grundkachelöfen, Holzbrandkachelöfen, Warmluftkachelöfen, Warmluftkachelöfen mit nach geschalteten keramischen Heizgaszügen oder mit Warmwasserheizungsteil und vieles mehr. Dabei sind Ihre ganz persönlichen Vorstellungen und Bedürfnisse für die Auswahl entscheidend.

